← Zurück zum Blog

Aujeszkysche Krankheit beim Hund: Tödliche Gefahr durch Wildschweine (Pseudowut)

Hund mit Pseudowut-Risiko durch Wildschweine

Die Aujeszkysche Krankheit beim Hund, auch als Pseudowut bekannt, ist eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten, die von Wildschweinen auf Hunde übertragen werden kann. Besonders in Regionen mit hoher Schwarzwildpopulation besteht ein ernstzunehmendes Risiko – vor allem für Jagdhunde, aber auch für Familienhunde bei Waldspaziergängen.

In diesem Artikel erfährst du, was die Aujeszkysche Krankheit ist, wie sich Hunde infizieren, welche Symptome auftreten, wann die gefährlichste Zeit ist, ob es Fälle in Deutschland gibt und wie du deinen Hund effektiv schützen kannst.

Was ist die Aujeszkysche Krankheit?

Die Aujeszkysche Krankheit wird durch das Suides Herpesvirus 1 (SuHV-1) verursacht. Natürliche Wirte sind ausschließlich Haus- und Wildschweine. Während Schweine oft nur milde oder keine Symptome zeigen, verläuft die Infektion bei Hunden nahezu immer tödlich. Auch Katzen können sich anstecken; bei ihnen endet die Krankheit ebenfalls fast immer tödlich.

Deutschland gilt seit 2003 als frei von Aujeszkyscher Krankheit bei Hausschweinen. Im Wildschweinbestand ist das Virus jedoch weiterhin nachweisbar und dauerhaft vorhanden.

Für Menschen besteht keine Ansteckungsgefahr. Das Virus ist nicht auf den Menschen übertragbar.

Gibt es Fälle der Aujeszkyschen Krankheit in Deutschland?

Ja. In Deutschland wurden in den vergangenen Jahrzehnten wiederholt Infektionen bei Hunden dokumentiert. Gefährdet sind vor allem Jagdhunde oder Hunde, die in Wildschweinregionen unbeaufsichtigt laufen. Aktuelle Fälle aus Mecklenburg-Vorpommern zeigen, dass mehrere Jagdhunde nach einer Infektion eingeschläfert werden mussten (unter anderem seit November 2024).

Untersuchungen weisen darauf hin, dass in manchen Regionen bis zu 20 Prozent der Wildschweine Antikörper gegen das Virus tragen. Experten gehen zudem von einer möglichen Dunkelziffer nicht gemeldeter Fälle aus.

Wie stecken sich Hunde an?

Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch direkten Kontakt mit infizierten Wildschweinen, über Blut, Speichel oder andere Körperflüssigkeiten sowie durch den Verzehr von rohem Wildschweinfleisch. Eine Übertragung von Hund zu Hund gilt nach aktuellem Stand als nicht bestätigt.

Besonders riskant ist die Fütterung von rohem Wildschwein (Fleisch, Innereien oder Aufbruch), da darüber das Virus auf Hunde übertragen werden kann. Verfüttere daher kein rohes Wildschwein. Schweinefleisch sollte für Hunde nur gut durchgegart verfüttert werden; Einfrieren macht das Virus nicht zuverlässig unschädlich.

Symptome der Aujeszkyschen Krankheit beim Hund

Die Inkubationszeit beträgt meist zwei bis sieben Tage. Typisch ist eine schwere Schädigung des zentralen Nervensystems.

Häufige Symptome sind extremer Juckreiz – besonders im Kopf- oder Ohrenbereich –, Unruhe, Orientierungslosigkeit, starkes Speicheln, Schluckbeschwerden, Koordinationsstörungen sowie Lähmungen oder Krampfanfälle.

Nach Auftreten der Symptome verschlechtert sich der Zustand meist rapide. Die Erkrankung endet nahezu immer innerhalb von 24 bis 72 Stunden tödlich. Eine Impfung oder Therapie existiert nicht. Die sichere Diagnose ist oft erst nach dem Tod möglich – umso wichtiger ist es, bei Verdacht sofort eine Tierärztin oder einen Tierarzt aufzusuchen.

Wann ist die gefährlichste Zeit?

Eine sichere Jahreszeit gibt es nicht, da Wildschweine das Virus ganzjährig tragen können. Das Risiko steigt jedoch besonders in der Jagdsaison von Oktober bis Februar. In dieser Zeit kommt es häufiger zu direktem Wildkontakt und zu Kontakt mit Aufbruch oder Kadavern.

Aujeszkysche Krankheit beim Hund in Deutschland: Wo ist das Risiko am größten?

In Deutschland wird das Virus vor allem bei Wildschweinen nachgewiesen. Einzelne positive Funde und gemeldete Fälle bei Hunden stammen unter anderem aus Bundesländern mit hohem Schwarzwildbestand wie Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern. Besonders aufmerksam solltest du sein, wenn du mit deinem Hund in wildreichen Regionen, Waldgebieten oder aktiven Jagdrevieren unterwegs bist.

Wie kannst du deinen Hund schützen?

Tipp: Im Wald den Hund an der Leine zu lassen, reduziert das Risiko erheblich – so kann er weder zu Wildschweinen noch zu Kadavern oder Aufbruch laufen. In vielen Bundesländern gilt im Wald ohnehin Leinenpflicht, ganzjährig oder zumindest in der Brut- und Setzzeit. Wo nicht, schützt die Leine trotzdem vor gefährlichem Kontakt.

  • Verzichte vollständig auf rohes Wildschweinfleisch (und aus Vorsicht auf rohes Schweinefleisch allgemein bei BARF).
  • Halte deinen Hund im Wald unter Kontrolle oder an der Leine und verhindere jeden Kontakt mit Wildschweinen oder Kadavern.
  • Nach Jagdeinsätzen sollte der Hund aufmerksam beobachtet werden.
  • Bei starkem Juckreiz oder neurologischen Auffälligkeiten ist sofort tierärztliche Hilfe erforderlich.

FAQ: Häufige Fragen zur Aujeszkyschen Krankheit (Pseudowut) beim Hund

Ist die Aujeszkysche Krankheit beim Hund in Deutschland ein aktuelles Thema?

Ja. Deutschland gilt zwar als frei von Aujeszkyscher Krankheit bei Hausschweinen, doch das Virus zirkuliert weiterhin in Wildschweinbeständen. Immer wieder werden Einzelfälle bei Hunden gemeldet – vor allem nach Jagdeinsätzen oder direktem Kontakt mit Wildschweinen.

Wie steckt sich mein Hund am häufigsten an?

Typische Ansteckungswege sind der direkte Kontakt zu infizierten Wildschweinen, zu deren Blut oder Speichel sowie die Aufnahme von rohem Wildschweinfleisch, Innereien oder Aufbruch. Eine Übertragung von Hund zu Hund gilt nach aktuellem Stand als nicht bestätigt.

Woran erkenne ich Pseudowut beim Hund?

Erste Warnzeichen sind starker Juckreiz (oft an Kopf oder Ohren), Unruhe, Desorientierung, starkes Speicheln sowie Schluck- und Koordinationsstörungen. Die Erkrankung verläuft in der Regel innerhalb weniger Tage tödlich. Bei Verdacht solltest du sofort eine Tierärztin oder einen Tierarzt aufsuchen.

Wie kann ich meinen Hund in Wildschweinregionen schützen?

Leine deinen Hund in wildreichen Waldgebieten an, lasse ihn nicht zu Kadavern oder Aufbruch laufen und verfüttere kein rohes Wildschweinfleisch. Besonders als Jägerin oder Jäger solltest du konsequent darauf achten, dass dein Hund keinen Kontakt zu Aufbruch und rohem Schwarzwild hat.

Fazit: Wachsamkeit rettet Leben

Die Aujeszkysche Krankheit beim Hund ist selten, aber nahezu immer tödlich. Dokumentierte Fälle in Deutschland zeigen, dass die Gefahr real ist. Besonders Jagdhunde und Hunde in wildreichen Regionen sind gefährdet. Mit konsequenter Prävention lässt sich das Risiko jedoch deutlich reduzieren.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine tierärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung dar. Bei Verdacht auf Aujeszkysche Krankheit oder bei neurologischen Symptomen deines Hundes solltest du umgehend eine Tierärztin oder einen Tierarzt aufsuchen. Die hier genannten Informationen können eine professionelle tierärztliche Beratung nicht ersetzen. Die Angaben erfolgen ohne Gewähr. Eine Haftung für Schäden, die aus der Anwendung der dargestellten Informationen entstehen, wird ausgeschlossen.